Institut für Ästhetische Chirurgie Wiesbaden

Die Operationstechnik

1. Allgemeines

Grundlage jeder qualifiziert durchgeführten Brustoperation ist eine präzise präoperative Planung und Anzeichnung der Patientin im Stehen am Tag der Operation. Dabei werden die neue Höhenposition der Brustwarzen und das zu entfernende Hautareal zur Straffung der Brust geplant. Der präoperative Befund wird sowohl mit Polaroidbildern zur visuellen Unterstützung des Operateurs während der Operation, wie auch digital zur Patientenarchivierung und rechtlich erforderlichen Dokumentation aufgenommen.

Die Bilddokumentation umfasst nur den Torso, niemals das erkennbare Gesicht! Bitte erklären Sie uns schriftlich Ihr Einverständnis, dass wir das digitale Bildmaterial für wissenschaftliche Zwecke, Forschung und Lehre anonym verwenden dürfen.

Die Operationszeit für eine beidseitige Bruststraffung / Verkleinerung dauert in der Regel 2 Stunden, bei erforderlicher langwieriger Blutstillung oder sehr großen Brüsten mit langer Nahtstrecke auch länger.

Wesentliche Prinzipien der Operation sind die Umschichtung von Drüsengewebe aus durchhängenden Brustpartien nach oben zur Unterpolsterung des meist fehlenden oder flachen oberen Brustvolumens („upper filling“), die Verschmälerung der Brustbasis mit Formung einer mehr runden Brust mit zentraler Projektion, die Verlagerung der zu tief stehenden Brustwarze nach oben sowie die Entfernung von überschüssiger oder überdehnter Haut. Der neue Warzenhofdurchmesser wird an die neuen Brustdimensionen angepasst.

Das Drüsengewebe selbst wird nur bei wesentlicher Ungleichheit (Asymmetrie) beider Brüste oder dem Wunsch der Patientin zu einer gleichzeitigen Verkleinerung (Reduktionsplastik) entfernt.

2. Narbenverläufe nach Bruststraffung / Verkleinerung

In Abhängigkeit von der gewählten Operationstechnik, der Brustgröße und des Brustvolumens, von der Breite der Brustbasis sowie der individuellen Hautbeschaffenheit resultieren verschiedene Narbenverläufe nach der Operation. In der Regel verlaufen die Schnitte nach der Operation um die Brustwarze herum, senkrecht nach unten zur Brustumschlagsfalte und eventuell zusätzlich in unterschiedlicher Länge in der Unterbrustfalte (Inframammärfalte).

Vertikaler Verschluss
Kurzes umgekehrtes T
Umgekehrtes T (Anker-Schnitt)
Vertikaler Verschluss
senkrechter Schnitt nach unten und um den Warzenhof, sog. Schlüssellochschnittführung, „keyhole pattern“
Kurzes umgekehrtes T
zusätzlicher kurzer Schnitt in der Brustumschlagsfalte
Umgekehrtes T
(Anker-Schnitt)
Schnitt im gesamten Verlauf der Brustumschlagsfalte

Bei einer ästhetischen Operation sollten die Narben so kurz wie möglich sein und den natürlichen Konturen der neu modellierten Brust folgen.
Daher erfolgt vor der Operation prinzipiell kein Anzeichnen zu entfernender Hautpartien, sondern immer erst ein individuell abgestimmter Hautschnitt während der Operation – nur so sind die unumgänglichen Schnitte optimal kurz zu halten!

Nach anfänglicher Rötung verblassen die Narben im Verlauf der Zeit. Bei überschießender Narbenbildung (Keloid) oder unschöner auch breiter Narbenbildung kann im Einzelfall nach einem halben bis einem Jahr eine nachträgliche Narbenkorrektur erforderlich sein. Ebenso ist die Narbennachkorrekturrate bei den sog. narbenschonenden senkrechten Rafftechniken, bei denen Haut bewusst zur Schrumpfung belassen und nicht mit verlängerten T-Schnitten entfernt wird, höher als bei anderen Verkleinerungstechniken.
Insgesamt muss bei Straffungs- und Verkleinerungsoperationen und kritischer Indikationsstellung mit einer etwa 10 % Narbenkorrekturrate gerechnet werden.

Bei einigen Patientinnen, besonders bei kleiner Brust und nur mäßig durchhängendem Drüsenkörper, kann die Straffung allein über eine limitierte Schnittführung um die Brustwarze herum durchgeführt werden, auf den Schnitt nach unten kann verzichtet werden. Diese Operationsmethode wird als sog. periareoläre Mastopexie bezeichnet.

Falls eine Brustvergrößerung zusätzlich gewünscht wird, kann in der gleichen oder einer folgenden Operation ein Brustkissen unter die remodellierte Brust oder auch unter den großen Brustmuskel gelegt werden (Augmentationsplastik).

3. Operationstechnik einer Bruststraffung / Verkleinerung am Beispiel der „inferior flap – Technik nach Liacyr Ribeiro, Rio de Janeiro, Brasilien

Die folgenden Schemazeichnungen und Operationsskizzen sollen Ihnen etwas den Verlauf und die Prinzipien einer Straffungs- / Verkleinerungstechnik verständlich machen, die wir häufig und mit großem Erfolg im Institut für Ästhetische Chirurgie anwenden:

Schemazeichnung Bruststraffung
Schemazeichnung Bruststraffung
Anzeichnung der Hautschnittführung, umgekehrter T-Schnitt bei großer Brust
Anzeichnung der Hautschnittführung, vertikaler Verschluss mit Raffnaht
Schemazeichnung Bruststraffung
Schemazeichnung Bruststraffung
Entfernung überschüssiger Haut
bei T-Schnitt
Entfernung überschüssiger Haut
bei vertikaler Rafftechnik
Schemazeichnung Bruststraffung
Schemazeichnung Bruststraffung
Halbierung der Brust und Formen eines von unten gestielten
Brustdrüsenlappens, „inferior flap“ – Technik nach Liacyr Ribeiro
Halbierung der Brust und Formen eines von unten gestielten
Brustdrüsenlappens, „inferior flap“ – Technik nach Liacyr Ribeiro
Schemazeichnung Bruststraffung
Schemazeichnung Bruststraffung
Verlagerung des Drüsenlappens nach oben, Auffüllen des oberen, leeren
Brustvolumens und Verankerung in der Brustmuskulatur
Verlagerung des Drüsenlappens nach oben, Auffüllen des oberen, leeren
Brustvolumens und Verankerung in der Brustmuskulatur
Schemazeichnung Bruststraffung
Schemazeichnung Bruststraffung
Schnittführung am Ende der Operation, umgekehrter T-Schnitt bei großer
Brust
Schnittführung am Ende der Operation, vertikaler Verschluss mit Raffnaht

Bei allen Bruststraffungs-/ Verkleinerungsoperationen erfolgt das Schneiden des Drüsengewebes sowie die Blutstillung elektrisch (Elektrokoagulation). Durch diese blutungsarme Präparationstechnik kann somit auf die routinemäßige Bereitstellung von Eigenblutkonserven bei diesen Operationen verzichtet werden. Alle Schnitte werden durch Nähte in der Haut verschlossen (Intracutannaht) und zusätzlich mit chirurgischem Nahtpflaster geklebt.

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