
Geeignet für eine Brustvergrößerung (Augmentationsplastik) ist die gesunde, emotional stabile Patientin, die eine realistische Einstellung dazu hat, was durch eine sachgerechte Operation und einen qualifizierten und erfahrenen Operateur erreicht werden kann.
Indikationen zur Brustvergrößerung können sein:
Natürlich steht der Wunsch nach mehr Attraktivität und Selbstwertgefühl im Vordergrund einer solchen Operation. Da jedoch eine Brustvergrößerung seriös nur durch das Einbringen eines Implantates durchgeführt werden kann, müssen implantatbezogene Risiken und Komplikationen ausführlich besprochen werden.
Eigenfett als Ausgangsmaterial hat nur in der Brustkrebschirurgie als sogenannter Transplantatlappen in der Wiederherstellung nach Brustamputation eine Bedeutung. Die entstehenden Narben und möglichen Funktionsdefizite in der Gewebespenderregion (Donorregion) sind in der ästhetischen Chirurgie in der Regel nicht akzeptabel. Transplantatlappen gehören somit in der ästhetischen Chirurgie zur seltenen Ausnahme.
Der Eigenfett-Transfer in die Brust nach Fettabsaugung anderer Körperregionen zur Vergrößerung ist in keinem Fall ein adäquates Verfahren und sollte strengstens unterlassen werden! Das transplantierte Fettgewebe ohne Blutgefäßversorgung kann absterben und ölig degenerieren! Fettgewebsnekosen, Ölzysten und diffuse Verkalkungen in der Brust können Folge dieser Maßnahme sein. Nicht selten sind operative Korrekturen mit Narben und Deformierung der Brust oder erhebliche Beeinträchtigung der Röntgenmammographie und Brustkrebsvorsorge die Folge!
Wann sollte ich mich nicht für eine Brustvergrößerung entscheiden?
Die Operation sollte aus eigener Überzeugung und zur Verbesserung des Selbstwertgefühls und der persönlichen Attraktivität durchgeführt werden. Eine Brustvergrößerung ist keine geeignete Maßnahme, um psychische Instabilität und Probleme, Partnerschaftskonflikte oder Eigenbildstörungen zu therapieren!
Die Wunschvorstellung hinsichtlich Größe und Form der neuen Brust muss im Rahmen des operationstechnisch Möglichen und Vertretbaren liegen. Unrealistische Patientenvorstellungen, unrealistische Größenwünsche und unzureichende oder fehlende ärztliche Information/Aufklärung über die Grenzen des operativ Machbaren sowie die Risiken sind der Hauptgrund für mangelnde Patientenzufriedenheit bei an sich sachgerecht durchgeführter Operation.
Bei hohem familiären Brustkrebsrisiko sowie nach durchgeführter Brustkrebsoperation (brusterhaltende Therapie, BET) sollte eine Brustvergrößerung sehr kritisch gesehen werden. Jedes Brustimplantat kann die bildgebende Kontrolle durch die Mammographie in der Vorsorge oder der Brustkrebsnachsorge beeinträchtigen oder erschweren. Verdächtige Befunde können somit nicht, schlechter oder erst verspätet erkannt werden.
Nach einer Bestrahlung der Brust ist zusätzlich das Verkapselungsrisiko (Kapselfibrose) deutlich erhöht. Mit der Brustvergrößerung nach Bestrahlung sollte man daher sehr zurückhaltend sein.
Wenngleich seriöse wissenschaftliche Untersuchungen keinen Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankungen und Silikon beweisen konnten, besteht bei bekannten immunologisch bedingten Bindegewebserkrankungen zur Sicherheit immer noch Zurückhaltung bei der Durchführung einer Augmentationsplastik.
Bei extrem schlanken Patientinnen oder schlechten, schlaffen und/oder dünnen Hautweichteilverhältnissen der Brust ist das Risiko für ein sichtbar unnatürliches oder unbefriedigendes Ergebnis nach der Operation natürlich erhöht. Der Vorteil der größeren Brust muss dann gegen mögliche Nachteile wie z.B. sichtbare Implantatkonturen oder deutlich fühlbares Brustimplantat durch mangelnde Weichteilabdeckung, abgewogen werden.