2. Narbenverläufe nach Bruststraffung/ Verkleinerung
In Abhängigkeit von der gewählten Operationstechnik, der Brustgröße und des Brustvolumens, von der Breite der Brustbasis sowie der individuellen Hautbeschaffenheit resultieren verschiedene Narbenverläufe nach der Operation. In der Regel verlaufen die Schnitte nach der Operation um die Brustwarze herum (periareolär), senkrecht nach unten zur Brustumschlagsfalte (vertikal) und eventuell zusätzlich in unterschiedlicher Länge in der Unterbrustfalte (inframammär, invertiert T-förmig).
|
|
|
Vertikaler Verschluss |
| Kurzes umgekehrtes T |
|
|
|
Umgekehrtes T |
|
|
Bei einer ästhetischen Operation sollten die Narben so kurz wie möglich sein und den natürlichen Konturen der neu modellierten Brust folgen.
Daher erfolgt vor der Operation prinzipiell kein Anzeichnen zu entfernender Hautpartien, sondern immer erst ein individuell abgestimmter Hautschnitt während der Operation – nur so sind die unumgänglichen Schnitte optimal kurz zu halten!
Nach anfänglicher Rötung verblassen die Narben im Verlauf der Zeit. Bei überschießender Narbenbildung (Keloid) oder unschöner auch breiter Narbenbildung kann im Einzelfall nach einem halben bis einem Jahr eine nachträgliche Narbenkorrektur erforderlich sein. Ebenso ist die Narbennachkorrekturrate bei den sog. narbenschonenden senkrechten Rafftechniken, bei denen Haut bewusst zur Schrumpfung belassen und nicht mit verlängerten T-Schnitten entfernt wird, höher als bei anderen Verkleinerungstechniken.
Insgesamt muss bei Straffungs- und Verkleinerungsoperationen und kritischer Indikationsstellung mit einer etwa 10 % Narbenkorrekturrate gerechnet werden.
Bei einigen Patientinnen, besonders bei kleiner Brust und nur mäßig durchhängendem Drüsenkörper, kann die Straffung allein über eine limitierte Schnittführung um die Brustwarze herum durchgeführt werden, auf den Schnitt nach unten kann verzichtet werden. Diese Operationsmethode wird als sog. periareoläre Mastopexie bezeichnet. Durch die Ringspannung auf der Naht um den Warzenhof zeigt sich jedoch im Langzeitverlauf nicht selten ein ästhetisch nicht befriedigendes Narbenbild und ebenso eine Abflachung der zentralen Brustprojektion. Die Nachkorrekturrate bei unbefriedigendem Narbenbild ist deutlich höher als bei Techniken, die einen Verlängerungsschnitt nach unten anwenden. Die Vor- und Nachteile der periareolären Mastopexie müssen vor der Operation sehr kritisch besprochen werden.
Falls eine Brustvergrößerung zusätzlich gewünscht wird, kann in der gleichen oder einer folgenden Operation ein Brustkissen unter die remodellierte Brust oder auch unter den großen Brustmuskel gelegt werden (Mastopexie-Augmentationsplastik).



