Risiken und seltene Komplikationen einer Brustvergrößerung
Wie bei jedem ärztlichen Eingriff können auch bei ästhetischen Wahleingriffen wie der Brustvergrößerung selten Komplikationen auftreten. Die statistisch relevanten Risiken mit klinischer Konsequenz sind die Nachblutung mit Blutergussbildung, die Entzündung/Infektion, ein Drehen/Verschieben/Verrutschen der Implantate sowie die Implantatverhärtung, die sogenannte konstriktive Kapselfibrose.
Es werden kurzfristige, mittelfristige und langfristige Komplikationen nach einer Brustvergrößerung unterschieden:
1. kurzfristig:
Die statistisch häufigste kurzfristige Komplikation ist die Nachblutung und Blutergussbildung. Die Wahrscheinlichkeit wird in der Literatur um die 2 % angegeben, dies entspricht auch den eigenen Zahlen bei über 2000 Brustvergrößerungen.
Bei modernen Operationsverfahren wird die Implantattasche sehr blutungsarm mit dem elektrischen Messer präpariert, Blutgefäße werden nach Stromeinwirkung und Hitzeentwicklung „verschweißt“,
d. h. koaguliert. Dennoch kann es unmittelbar nach der Operation zu einem Bluterguss durch Wiederöffnung eines verschweißten Blutgefäßes kommen. Da sich die Blutung in der Implantattasche selbst tamponiert, ist ein relevanter Blutverlust mit Erfordernis zur Transfusion sehr unwahrscheinlich. Da der Bluterguss die Wundheilung extrem verzögern und verschlechtern würde, ist meist eine erneute Operation mit Auswaschen der Blutreste und längere Drainage des Wundgebietes erforderlich.
Nach Ablauf der ersten 12-24 Stunden nach der Operation ist eine Nachblutung sehr unwahrscheinlich, kann aber auch noch nach Wochen auftreten. Deshalb ist eine stationäre Beobachtung in der ersten Nacht nach der Operation zu empfehlen, insbesondere bei Patientinnen mit einem längeren Anfahrtsweg zur Klinik.
