Risiken und seltene Komplikationen einer Brustvergrößerung
2. mittelfristig:
Infektionen: d.h. eine bakterielle Entzündung in der Implantattasche oder dem Brustweichteilgewebe treten meist mit einer Latenz von wenigen Tagen bis 4 Wochen nach der Operation auf. Im günstigsten Fall sind sie durch Antibiotikagabe oder im Einzelfall Spülen der Implantattasche beherrschbar. Bei einer Eiteransammlung (Abszess) oder ausgeprägter Wundwasserbildung müssen die Brustkissen entfernt werden, um die Wunde zur Abheilung zu bringen. Eine erneute Operation kann nach frühestens 6 Monaten erfolgen. Infektionen nach Brustvergrößerung sind glücklicherweise selten und bei den meisten Operateuren und Kliniken unter 1 %. Ursache können auch sehr seltene Keime wie z. B. Mycobakterien sein; diese sind mit konventionellen Abstrichuntersuchungen aber nicht nachweisbar.
Implantatmalpositionen/Implantatrotationen: obwohl in der Operation fachgerecht platziert, können Brustkissen kurz- oder mittelfristig ihre optimale Lage verlassen und durch die Fehlplatzierung das ästhetische Ergebnis erheblich beeinträchtigen. Implantate können sich entlang der Längs- oder Querachse verschieben (Implantatdislokation, Implantatlateralisation, Implantatasymmetrie) oder falls tropfenförmige, anatomische Implantate verwendet worden sind, sich im oder gegen den Uhrzeigersinn oder um ihre eigene Achse drehen (ImplantatrotationFalls sich ein anatomisches Implantat dreht, kann sich die Brustform und –projektion drastisch zu Nachteil ändern. Dreht sich das rotierte Implantat nicht zurück kann allein aufgrund des gewählten Implantatdesigns eine Korrekturoperation erforderlich werden. In der Regel wird dann auf ein rundes Kissen gewechselt. In Abhängigkeit von der Form des tropfenförmigen Kissens und seiner Oberfläche wird das Rotationsrisiko im Langzeitverlauf bei etwa 2-3% liegen). Je nach Ausmaß der Fehlplatzierung und der ästhetischen Akzeptanz der Patientin muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine erneute Operation und Korrektur erfolgen muss. Bauchschläferposition und übermäßige sportliche Aktivität sind daher in den ersten 4-6 Wochen absolut zu vermeiden.
