Implantattechnologie gestern und heute – warum verwenden wir Brustimplantate mit Kohäsivgelfüllung?

Die Anfang der 60er Jahre gebauten Implantate (1963, Cronin und Gerow in den USA implantieren das erste Silikonkissen) mit gering vernetztem Silikongel und dünner, glatter Silikonhülle imitierten zwar ein brustähnliches weiches Tastgefühl, sind jedoch durch folgende Nachteile und Komplikationen im klinischen Langzeitverlauf aufgefallen:

  • Auflösung der Silikonhülle durch frühzeitige Materialermüdung:
    „Implantatdestruktion/Implantatruptur“
  • Austritt von gering vernetztem Silikon/von kurzkettigen Silikonmolekülen durch die dünne Implantathülle und Silikoneintritt in das umliegende GewebeImplantatbleeding
  • durch geringe Silikonvernetzung Wellenbildung und starke, lageabhängige Verformung der Kissen möglich, beim Anheben der Kissen Kollaps des oberen Poles, damit wenig planbare Brustform im Langzeitverlauf : „Forminstabilität“

Seit Anfang der 90er Jahre steht eine neue Implantatgeneration zur Verfügung, die sogenannten Kohäsivgelimplantate (1992, McGhan bringt das erste formstabile Implantat Style 410 auf den deutschen Markt, es entspricht in der heutigen Style 410 Matrix dem Bautyp FM, full height moderate projection).

aufgeschnittenes, tropfenförmiges „anatomisches“ Kohäsivgelimplantat Style 410

Kohäsivgelimplantate enthalten langkettige Silikonmoleküle, die durch einen speziellen Katalysatorprozess hochgradig und dreidimensional vernetzt sind. Durch diese molekulare Vernetzung wird das Gel „kohäsiv“ und damit auslaufsicherer. Das frühere „bleeding“-Phänomen ist durch die hohe Vernetzung unwahrscheinlicher geworden.

   






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