Eigenfett als Ausgangsmaterial

Eigenes Fett- und Hautgewebe als Ausgangsmaterial hat in der Routine nur in der Brustkrebschirurgie als sogenannter Transplantatlappen (TRAM-, DIEP-, S-GAP-, Latissimuslappen) in der Wiederherstellung nach Brustamputation eine Bedeutung. Die entstehenden Narben in der Gewebespenderregion (Donorregion) und mögliche Funktionsstörungen in der Heberegion sind in der ästhetischen Chirurgie oft nicht akzeptabel. Transplantatlappen gehören somit in der ästhetischen Chirurgie zur Brustvergrößerung zur sehr seltenen Ausnahme und können bei der Korrektur von Anlagestörungen oder Missbildungen eingesetzt.

Der Eigenfett-Transfer in die Brust nach Fettabsaugung anderer Körperregionen zur Vergrößerung ist zur Zeit ein experimentelles Verfahren, das nach strikter Ablehnung in den vergangenen Jahren eine wissenschaftliche Renaissance erfährt und vermehrt wieder eingesetzt wird. Die Eigenfettunterspritzung sollte nur unter kontrollierten Bedingungen und von speziell geschulten Ärzten angewandt werden! Bei erfolgreichem Eigenfetttransfer in die Brust können absolut natürliche Ergebnisse erreicht werden, die hinsichtlich der Tastkonsistenz bei Verwendung von Silikonimplantaten kaum möglich sind. Aufgrund der eher zähflüssigen Beschaffenheit des transplantierten Fettgewebes ist nur eine Volumenzunahme der existierenden Brust aber kaum eine verbessernde Formgebung möglich.
Das in die Brust gespritzte Fettgewebe ohne Blutgefäßversorgung kann jedoch bei fehlerhafter Technik, zu großen übertragenen Mengen oder Komplikationen absterben und ölig degenerieren! Fettgewebsnekrosen, Ölzysten und diffuse Verkalkungen in der Brust können Folge dieser Maßnahme sein. Nicht selten sind dann operative Korrekturen mit Narben und Deformierung der Brust oder erhebliche Beeinträchtigung der Röntgenmammographie und Brustkrebsfrüherkennung die Folge!

Ebenso experimentell ist die Unter- oder Aufspritzung der Brust mit synthetischen Hyaluronsäure-Produkten (z.B. Macrolane). Die Langzeitfolgen sind zurzeit unklar, die eingespritzte Substanz wird nach ein- bis zwei Jahren um wahrscheinlich die Hälfte abgebaut, so dass es sich im Vergleich zu Silikonbrustimplantaten um keine sehr dauerhafte Methode der Brustvergrößerung handelt. Zudem ist dieses „Unterspritzungsverfahren“ seitens der Materialkosten noch sehr teuer. Vor- und Nachteile der Makrolaneinjektionen in die Brust müssen aufgrund fehlender Langzeitdaten sehr intensiv und kritisch diskutiert werden. Hinsichtlich Volumengebung in einer Sitzung und Planungssicherheit ist es zurzeit keine Alternative zu Silikonimplantaten.

   






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