Entscheidung über die Implatationsebene
Die Entscheidung, welche Implantationsebene (Implantatloge) gewählt wird, hängt sowohl von der Dicke und Konsistenz („compliance“) des Brust- und Weichteilgewebes, von der Brustform und Brustgröße, von der gewünschten Implantat-/ Brustgröße, vom Grad des Durchhängens der Brust, von der Präferenz des Operateurs, von den sportlichen Aktivitäten der Patientin, von individuellen Wünschen, Literaturdaten zur Verkapselungsrate unterschiedlicher Implantationsebenen sowie anderen Faktoren, wie zum Beispiel der technischen Möglichkeit zur Mammographie, ab. Die Entscheidung für oder gegen eine Implantatloge ist also immer ein Abwägen aus einem ganzen Mosaik an Einflussfaktoren.
Wichtiges Entscheidungskriterium, ob die Implantatplatzierug unter oder auf dem Muskel zu wählen ist, ist der Gewebekneiftest („pinch test“) am oberen und unteren Brustpol bei stehender Patientin. Ist die Schichtstärke oben deutlich mehr als 2 und unten mehr als 1 cm, so ist die Lage auf dem Muskel, am besten subfascial unter der Muskelhaut, möglich und kann dann gewählt werden.
Bei schlanken Patientinnen mit kleiner Brust und dünnem Weichteilgewebe am oberen Brustpol, deutlich unter 2 cm im Pinchtest, ist in der Regel die Implantatloge unter dem Muskel zu bevorzugen, da die Muskelschicht über dem oberen Implantatpol eine bessere Weichteilabdeckung gewährt und somit die Brustimplantate weniger sicht- und tastbar sind. Die bessere Weichteilabdeckung der Implantate in der submuskulären Loge ergibt dann bei schlanken Patientinnen optisch und taktil ein natürlicheres Ergebnis.
Wesentlich in der Dual Plane Operationstechnik nach J.B.Tebbetts, Dallas, USA und der Implantatloge teilweise unter dem Brustmuskel ist, dass der fächerförmige große Brustmuskel in seinen unteren Partien am Ursprung abgelöst und bewusst durchtrennt wird. Damit kann sich der untere Brustpol nach Implantateinlage besser entfalten, was insbesondere bei leicht hängenden Brüsten oder anlagebedingten Fehlbildungen des unteren Brustpoles (lower pole constriction) wünschenswert ist. Damit ist im oberen Anteil der Brust das Implantat zusätzlich mit Muskel gedeckt, im unteren Anteil aber nur mit Drüsen-Fett- und Hautgewebe. Von dieser unterschiedlichen Weichteilabdeckung der Implantate kommt der Name für diese Op-Methode: Dual Plane Technik.
